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Anti Aging

Anti Aging-Aus der Forschung
Wie das Altern die Hautstruktur verändert
Weltweit beschäftigen sich Forscher intensiv mit den altersbedingten Veränderungen der Haut. Letztlich geht es darum herauszufinden, wie das Altern die Hautstruktur beeinflusst, um neue Methoden zu finden, mit denen sich dessen Auswirkungen noch effektiver behandeln lassen. Was beim Altern genau in der Haut passiert, fasst Dr. Diana Howard nachfolgend zusammen. Altersbedingte Hautveränderungen sind sowohl die Folge von genetisch programmierten Veränderungen, wie etwa den Belastungen, denen unsere Haut durch die Umwelt ausgesetzt ist. Beide Faktoren führen zu Veränderungen der Hautstruktur und -funktion. Es gibt Schätzungen, nach denen 80 bis 99 Prozent des äußeren Erscheinungsbildes der erwachsenen Haut auf diese Umwelteinflüsse – und zwar insbesondere auf die Sonnenexposition – zurückzuführen sind.

Der Einfluss der Umwelt

Im Gegensatz dazu weist die gealterte Haut (wie etwa die von Gesicht, Händen und Dekolleté) Zeichen einer vorzeitigen Alterung auf, die durch Umwelteinflüsse verursacht werden. Hauptalterungsfaktor ist dabei, die Haut der ultravioletten Strahlung der Sonne auszusetzen. Die chronische Exposition führt zu einer Verfassung der Haut, die als Lichtschädigung bezeichnet wird. Auch wenn die Sonne nicht die einzige Quelle für die Hautalterung ist, so trägt sie doch wesentlich zur Lichtalterung bei. Gealterte Haut weist charakteristische Merkmale wie Falten, Pigmentstörungen (z.B. Sommersprossen, Lentigines) sowie hyper- und hypopigmentierte Hautareale auf. Häufig nehmen auch Tonus und Elastizität ab, die Haut wird mechanisch verletzlicher und es treten stellenweise eine durch Blutgefäßschwäche verursachte Purpura (exanthematische Hautblutungen) oder gutartige Läsionen wie Keratosen, Teleangiektasien oder Fibrome auf. Unter dem Mikroskop sind diskrete Veränderungen der Kollagen- und Elastinstruktur sowie -organisation zu erkennen. Das Kollagen ist stärker fragmentiert und bildet dickere Fasern, während die Elastinfasern brechen und Vernetzungs- und Verkalkungszeichen aufweisen.

Verräterisch: Farbe & Flecken

Neben den Falten gibt es noch ein weiteres sichtbares Zeichen des Alterns: die Verfärbung der Haut. Häufig beobachten wir bei gealterter Haut eine zunehmende Gelbfärbung. Ihre Ursache liegt in der Abnahme der braunen Melaninpigmente und der rot und blau gefärbten Kapillaren. Studien haben außerdem gezeigt, dass die gelbe Farbe von einem Abbauprodukt des Elastinproteins herrührt, das besonders häufig in der Haut von Zigarettenrauchern auftritt. Diese allgemeine Hautverfärbung ist oft mit einem gehäuften Auftreten von weitgestellten Venen besonders im Gesicht und an den Beinen verbunden, die wegen der dünneren Haut besser zu sehen sind. Dieses Phänomen wird als Teleangiektasie bezeichnet. Mit zunehmendem Alter der Haut mehren sich auch die sogenannten Altersflecken. Sie sind ein Ergebnis der Sonnenexposition und treten häufig nach dem 50. Lebensjahr auf. Altersflecken zeichnen sich zum einen durch eine erhöhte Melanozytenzahl mit gesteigerter Melaninpigmentation aus.In den sonnengeschützten Hautregionen treten Altersflecken interessanterweise nicht auf.

Veränderungen der Dermis

Untersuchungen gealterten Hautgewebes deuten darauf hin, dass die meisten altersbedingten Hautveränderungen in der Dermis stattfinden: - Das Gefäßsystem wird abgebaut, gleichzeitig verlieren die Zellen an Struktur und Form. Die Dermis insgesamt kann im Alter 20 bis 80 Prozent ihrer Dicke einbüßen.
  • Die für die Biosynthese von Kollagen, Elastin und Glykosaminoglykan (Hyaluronsäure) verantwortlichen Fibroblasten degenerieren und fahren die Produktion neuer Proteine und Glykosaminoglykane herunter. Dies ist wahrscheinlich ein Grund für die allgemeine trockene gealterter Haut und ihre abnehmende Fähigkeit, sich selbst schnell zu reparieren.
  • Der Gesamtgehalt an Kollagen pro Quadratzentimeter Hautfläche nimmt ab dem 30. Lebensjahr um etwa ein Prozent pro Jahr ab. Trotz dieses Verlustes wirkt das Kollagennetzwerk aufgrund seiner ungeordneten Struktur sehr dicht.

Die Elastizität lässt nach

Ebenso wie das Kollagen weist auch das Elastin in der alternden Haut Veränderungen auf. Die Veränderungen der elastischen Fasern sind so charakteristisch, dass dieser Zustand, als wesentliches Kennzeichen lichtgealterter Haut gilt. Während sich die Elastinproduktion verlangsamt, nehmen Quervernetzung, Verkalkung und Lipidablagerungen mit dem Alter zu. Damit ist der Verlust an Hyaluronsäure wahrscheinlich für die Veränderungen verantwortlich, die mit der Hautalterung einhergehen – und zwar besonders für den Verlust an Volumen, für die Faltenbildung und für die veränderte Elastizität.

Feuchtigkeit geht verloren

Die Haut verliert mit zunehmendem Alter seine Fähigkeit, Wasser zu binden und zurückzuhalten. Fältchen und Hautschüppchen bilden sich, die nichts anderes sind als Ansammlungen von Stratum-corneum-Zellen. Glücklicherweise lässt sich dieses Problem mit Hilfe von Moisturizern bis zu einem gewissen Grad lindern. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass große Uneinigkeit darüber besteht, wie sich Wassergehalt und Dicke der Epidermis mit dem Alter ändern. Einige Untersuchungen sprechen dafür, dass die Epidermis dünner wird, aber es gibt auch Studien, die zu anderen Ergebnissen kommen. Weitgehend einig ist man sich darüber, dass der pH-Wert der Haut mit dem Alter von 4,5 auf 5,0 ansteigt. Außerdem wird die Oberfläche des Stratum corneums unregelmäßiger, Zartheit und Glanz der Haut nehmen ab. Untersuchungen zeigen, dass sich bei jungen Erwachsenen das Stratum corneum alle 15 bis 20 Tage erneuert, während dies bei älteren Erwachsenen 30 Tage oder länger dauert. Die Verlangsamung des Zellzyklus geht einher mit einer unzureichenden Abschilferung der Hornhaut, die typischerweise bei älteren Patienten auftritt und für die stumpfe, raue Oberfläche alternder Haut verantwortlich ist.

Die Anti-Aging-Experten

Welche Inhaltsstoffe in Hautpflegeprodukten können uns helfen, diesen Veränderungen zu begegnen? Seit der Einführung der Alphahydroxysäuren in den frühen 90er Jahren haben bestimmte Inhaltsstoffe und ihre Wirkung auf die Haut buchstäblich das Gesicht der Kosmetikindustrie verändert. Eine neue Generation von Hautpflegeprodukten, die so genannten Cosmeceuticals, enthält Inhaltsstoffe, die speziell für die alternde Haut entwickelt wurden. Dazu gehören

Retinoide (Retinol bzw. Vitamin A sowie Tretinoin), Ascorbinsäure (Vitamin C), Alphahydroxysäuren (Milchsäure),
Glykosaminoglykane (Hyaluronsäure), Antioxidanzien (Grüner-Tee-Extrakt, Tocopherol bzw. Vitamin E), Bioflavonoide (Grüner-Tee-, Gingko-biloba- und Süßholz-Extrakt),  pigmentaufhellende Pflanzenwirkstoffe (Bärentraubenextrakt, Reisextrakt) und Sonnenfilter.
Auch wenn diese Liste sicherlich nicht erschöpfend ist, umfasst sie doch einige der gängigsten Inhaltsstoffe, nach denen man sich bei der Wahl von effektiven Hautpflegeprodukten richten kann.

Autorin: Dr. Diana L. Howard

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